Welt-Weites-Wurzelwerk

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Wir haben alle schon einmal etwas aus- oder eingegraben…. was kommt zum Vorschein wenn wir unter die Oberfläche dessen schauen, was uns trägt, worauf wir unsere Häuser bauen und worin wir unsere grüne Nahrung ziehen?!

Wurzeln, viele unzählige Wurzeln. Es scheint so als wäre die ganze Erde mit einem Wurzelgeflecht durchzogen. Ein Welt-Weites-Wurzelgeflecht. Das was wir Oberirdisch sehen, die Vegetation, ist nur die Spitze des Eisberges, unter dieser Oberfläche befindet sich ein weltumspannendes Netzwerk.
Alles steht damit in Verbindung, die Infos umspannen die ganze Erde. Jedes kleinste Pflänzchen ist ein Glied in dieser Kette.

Laut Charles Darwin verfügt die Wurzel über Entscheidungs- und Steuerungsfähigkeit. Es sind besonders die Wurzelspitzen, die oft nur ein zehntel Millimeter groß sind, wo das meiste Empfindungsvermögen ist. Die Aktionspotenziale sind vergleichbar mit den elektrischen Signalen der Neuronen im tierischen Gehirn. Jede dieser Wurzelspitzen fühlt fortwährend zahlreiche Gegebenheiten nach: Schwerkraft, Temperatur, Feuchtigkeit, elektrische Felder, Licht, Druck, toxische Stoffe, Schallschwingungen, Sauerstoff, Kohlendioxid u.s.w…
Kleine Pflanzen wie der Hafer oder Roggen, besitzen bis zu 1 Million solcher „Fühler“, Bäume bis zu 100 Millionen!!

Das erinnert uns doch stark an das Internet, dem gewaltigsten Netz das der Mensch je erschaffen bzw. nachempfunden hat.
Diese existierende Kommunikationszentrale die in diesem gewaltigen Netz  unter unseren Füßen  arbeitet, ist unvorstellbar!! Pflanzen sind wahre Meister chemische Moleküle für alles nur Denkbare zu produzieren und miteinander zu kommunizieren. Eine Wurzel alleine ist in ihrer Kraft nichts, doch gemeinsam sind sie eine unvorstellbare, schöpferische Ur-Energie.

Der Mensch und das Tier haben eine Sonderstellung in diesem Netz. Da wir beweglich sind, d.h. nicht mit dem Netz physisch bzw. körperlich verbunden sind, ist unser Zugang ein subtiler. Das Sitzen unter einem Baum, Barfußgehen, das Liegen auf der Erde oder besser noch das Schlafen im Freien, am Boden, sind Wege wo wir uns dieser Kraft bewußt werden können.
Im Sommer schlafe ich bewußt ab und an mal nur auf einer dünnen Matte im Freien unter einem Baum. Und so lange die Nacht oft ist und so kurz der Schlaf auch sein mag, die Träume sind ganz besonders und der kommende Tag, ist trotz oftmaligem Schlafentzug, von einer Energie getragen die ich sonst nicht kenne.

Alles was die Pflanze von oben über die Sonne , den Regen und den Kosmos aufnimmt, speißt dieses Netz, so wie Oben, so auch Unten. Die wirkliche Verbindung zwischen Oben und Unten, zwischen Himmel und Erde sind unsere Pflanzen, und die Wurzeln sind das Gehirn, die Schaltzentrale, das Gedächtnis, das bindende Glied!

Der Mensch fühlt sich oft „entwurzelt“ oder nicht „geerdet„. Ich denke das diese Umstände wenig räumlicher Natur sind, und wie das Heimweh nicht immer nur mit einem bestimmten Platz oder Ort zu tun haben muß. Es ist viel mehr der Mangel an der Verbindung mit dieser Ur-Kraft die alles durchzieht, nährt und der Puls des Lebens ist!!  Dieses Pulsieren durchströmt alles. Es macht nicht Lebendiges, lebendig.

Es ist diese Energie, die uns wirklich alle verbindet!
Je mehr es bebaute Flächen gibt, wo wirklich kaum mehr etwas durch den Beton wachsen kann, je großflächiger Herbezide aufgesprüht werden und dieses Wurzelwerk dadurch Lücken bekommt, je öfter wir große Bäume fällen und je weniger wir die Ruderalflächen schützen, deste mehr schwächen wir diese Kraft und damit uns selbst!

Übung:
Die Pflanze ist ja das bindende Glied zwischen Oben und Unten.. Innen und Außen. Durch das stille, tiefe, fokusierte Betrachten von Pflanzen(-Teile) die uns ansprechen, bzw. gefallen, können wir uns durch das Sehen, das Betrachten und Wahrnehmen in dieses Netz einfühlen. Der Zugang findet sich im offenem Betrachten, es „zieht“ uns hinein. Der Duft den wir wahrnehmen, die Farben die uns anlachen, alles hat seine Wirkung und beeinflußt unsere Gefühle, manchmal „spricht“ es richtig in uns.

Nimm dir die Zeit und lass dich ein auf diese Reise, und du wirst ein Teil vom Ganzen werden!

Bilsenkraut

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Hyoscyamus niger
Die Familie der Solanaceae (= Nachtschattengewächse) ist unter den Giftpflanzen stark vertreten. Dazu gehört auch das schwarze Bilsenkraut.

Meine erste Begegnung damit war bei einem Spaziergang. Vertieft in einem Gespräch mit meinem Freund, hat mich das plötzliche Wahrnehmen ihrer Gestalt fast erschreckt und entzückt zugleich.
Ihr Äußeres ist so einmalig, das ich sie sofort erkannte, obwohl ich diese Pflanze nur aus Büchern kannte. Oft wird das unmittelbare Umfeld solcher kraftvollen Pflanzen durch eine „zufällige“ Auffälligkeit begleitet. Ich erinnere mich damals einen scheinbar schlafenden Vogel unter dieser Pflanze beim näheren Betrachten entdeckt und „geweckt“ zu haben!

Zufälle, Einbildung oder die Offenheit zwischen den Zeilen zu lesen bzw. zwischen den Welten zu blicken?! Ich persönlich denke, wir sollten mehr an solche Dinge glauben und Vertrauen haben.
Wir sehen (nur) das was wir sehen wollen, glauben nur das was wir glauben wollen.. und erfahren bzw. erleben auch nur das wofür wir offen  sind. Die Vielfalt und die Farben im Leben sind der Spiegel dessen was wir in uns haben.

Zurück zur Pflanze, schauen wir uns das Bilsenkraut einmal genauer an:
Die Blüte: Farbe und Duft sind von einmaliger Erscheinung. Gelb-grün ist die Grundfarbe, durchzogen von violetten Adern und einem dunklen, violetten Zentrum – zieht sie den Blick wie einen Tunnel in ihr Inneres.
Der Duft ist animalisch, ungewöhnlich und erinnert an ein Tier, manche behaupten es riecht nach nassem Hundefell. Die Blätter sind sowie der Stengel, samtig behaart und am ende jedes Haares sitzt oft ein schimmernd-goldig-klebriger Tropfen. Im Sonnelicht verleiht es der ganzen Pflanze eine strahlende Erscheinung. Die Blätter sind stengelumfassend, asymetrisch und durch ihre Anordnung gleicht der Habitus einer Stiege oder Rispe.

 

Blüte

 

 

Der ausgereifte Fruchtkörper trägt eine Krone und ist mit einem Deckel verschlossen. Die Samen sind nierenförmig und braun, unter der Schale verbirgt sich eine fast embryonale Gestalt!!
Gehen wir auf die ausgeprägte Signatur des Bilsenkrautes ein, verwundert die ursprüngliche Anwendung kein bißchen!
Hebammen benutzten sie um Geburten erträglicher zu machen. Wer sie zu dosieren wußte, schätzte ihre krampflösende, schmerzstillende, schlafbringende und muskelentspannende Wirkung. Wie auch Schierling und Alraune wurde sie genutzt um die Leiden zum Tode Verurteilter zu mildern. Sie besitzt die Eigenschaft ein Gefühl des Vergessens und der Gleichgültigkeit sowie der Willens,- und Widerstandslosigkeit zu erzeugen. Auch gab sie dem schwachen Bier die nötige „würze“ und verstärkte so seine Wirkung.

Bilsenkraut ist eine äußerst wichtige und interessante Droge, die als Betäubungsmittel und Hallozinogen im Hexenwesen eine Rolle spielte.

Sie war eines der wenigen Schlaf,- und Schmerzmittel des Paracelsus. Er vertrat die Meinung das dieses Kraut über eine heilende und krankmachende Wirkung verfügt.
Eine Überdosierung führt zu Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Wahrnehmungsstörungen, Blind,- und Taubheit, Hitze im Kopf, starkes schwitzen, Unruhe, Pulsbeschleunigung, Herzrhythmusstörungen, Herz-Kreislaufversagen und Atemstillstand.
Wir sehen das der Grad zwischen Heil,- und Giftpflanze verschwindent schmal ist.

Anwendung Heute: Wir finden sie in der Homöopathie zb. bei Geisteskrankheit, Parkinsonismus ( schmerz, und krampflösend), bei Erregungszuständen, Angst und Schock, Asthma, Magen-Darmkrämpfen, Zahnschmerzen…
Als Teil von Salben und Einreibungen bei Gliederschmerzen und Hexenschuß.

Eine für uns sichere Anwendung ist das stille Betrachten dieser Schönheit mit ihren vielen Gesichtern!! Sie erweckt und gleichzeitig beruhigt sie den Betrachter. Nimmt ihn mit und läßt sich tief ins Auge (Blüte) schauen. Eine leichte hypnotische Wirkung ist selbst beim Betrachten nicht zu leugnen, und der Duft tut das Seine dazu.
Die Stiege die die Blätter bilden, führt nach Oben genauso wie sie nach Unten führen kann. (Gift und Heilung, Leben und Tod).

Das was ich beim stillen meditativen Betrachten „hören“ konnte:
Bilsenkraut, Bilsenkraut, Mensch der du auf Gott vertraust!
Für mich führt diese Pflanze den verlorenen, verwirrten Menschen über ihre Treppen aus der Blindheit und Taubheit zurück zum Vertrauen und zu einem Gauben der ihn nährt und trägt. Sei dir bewußt, das die Schöpfung dich erschaffen hat!

 

 

 

 

Giftpflanzen

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Giftpflanzen-Heilpflanzen

Das eine schließt das andere nicht aus, Paracelsus sagte schon:“ Allein die Menge machts, das ein Ding kein Gift ist“!

Das trifft auf fast alles zu, wenn wir einmal genau überlegen, oder?! Das gesündeste Zeug kann, wenn in Übermaßen genossen, sehr ungesund, ja sogar toxisch wirken. Das Herausragende an den Giftpflanzen ist ihre unglaubliche Kraft.  Schon in kleinsten Mengen zeigen sie ihre große Wirkung. Die Grenze zwischen einer heilenden bzw. vergiftenden Dosis ist verschwindend klein. Aber, richtig dosiert, sind es gerade diese besonderen  Inhaltsstoffe welche starke Heilwirkungen besitzen.

Als es noch keine chemisch standardisierten Stoffe gab, war die Anwendung eine riskante Sache und forderte viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Je nach Standort und Wetterlage schwankt der Gehalt an Inhaltsstoffen! Ein und die selbe Pflanzenart kann deshalb sehr unterschiedlich stark in ihrer Wirkung sein. Besonders in der Homöopathie finden wir heutzutage ihre Anwendung. Doch die Verwendung an sich ist so alt wie der Mensch selbst! Diese Pflanzen haben uns schon immer begleitet, sie waren ein wertvolles Gut und das Wissen ihrer Dosierung und Anwendung war oft ein gut gehütetes Geheimnis. Ihr „Gift“ war es, das es uns ermöglichte unerträgliche Schmerzen zu lindern, schwere Geburten zu erleichtern und sogar ohne Narkose zu operieren!!

Hebammen waren eine der ersten Heilerinnen die gezielt mit dem Bilsenkraut der Belladonna und dem Opium arbeiteten. Nicht zuletzt deshalb wurden sie gerne zu Hexen gemacht.

Bis heute ist kein stärkeres Schmerzmittel als das aus dem Schlafmohn isolierte Morphin  gefunden worden!!

Viele Giftpflanzen sind wegen ihrer Inhaltsstoffe bewusstseinsverändernd. Sie waren die Hauptakteure  bei Ritualen und Zeremonien. Durch diese Pflanzen wurde das „Reisen“ in andere Welten ermöglicht. Ob geraucht, geräuchert, aufgetragen oder eingenommen, die Anwendungen waren den Schamanen, Zauberern, Priestern und Weisen vorbehalten… und noch heute spielen sie diese Rolle. Die Hexenschmiere bestand zum wesentlichen  Teil aus diesen starken Vertretern der Pflanzenwelt. Heute finden wir ihre Verwendung besonders in muskelentspannenden Mitteln.

Was können wir nun mit diesen Kraftpflanzen tun!?

Wir haben meistens weder das Wissen noch die Erfahrung um diese Pflanzen körperlich anzuwenden, aber: finde ich bei einem Spaziergang so einen Vertreter, ist das meistens ein kleines freudiges „Schrecken“. Sie sind einfach schön anzusehen, haben immer etwas ganz eigentümliches  an sich. Oft ist es der Duft oder die Farbe. Da wären zb. die schwarzen Beeren der Belladonna, was für ein lockendes, glänzendes Schwarz!! Sie spiegeln sogar den Betrachter wieder. Oder, wer kennt sie nicht, die roten Beeren der Eibe, den animalischen „Duft“ vom Bilsenkraut…da kann man nicht vorbeigehen!!

Diese Pflanzen haben eine sehr starke energetische Ausstrahlung! Wenn wir uns etwas zeit nehmen und einmal wirklich hinsehen, unser Geist dabei offen ist, können wir einen Zugang zu dieser Kraft finden.

Das bloße Betrachten kann diese Energien freisetzen! Irgendwie hat man das Gefühl einem Geheimnis auf der Spur zu sein.
Wir müssen weder etwas einnehmen oder pflücken noch ein Gebräu daraus mixen. Die lebende Pflanze und der offene Blick des Betrachters zeigen den Weg in diese Welt.

Diese Pflanzen sind Geschichte, sie haben Geschichte geschrieben und sie erzählen diese auch.