Garten

Die Erde als Magnet des Werdens

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Betrachtet man unser Dasein aus hermetischer, naturphilosophischer Sicht, dann liegt das Verstehen der darin liegenden Spannung, klar vor Augen.
Die Vedanta würde sagen, das Leid findet hier seinen Ursprung:
von dem Moment an, wo der Funke einer Idee die Ätherschwelle übertritt oder besser gesagt, aus dem ursächlichen Chaos herausfällt, sich das „Gebären“ zwischen Sonne und Mond vollzieht und ihnen ihre Rolle als Vater und Mutter gibt.
Von diesem Moment an, wo das „Kind“ geboren wird, hat es nur den einen Wunsch, es will Werden. Immer mehr, immer tiefer zieht es in die Verdichtung, es will greifbar, körperlich, materiell werden. Und da wir in der Elementegenese die höchste Dichte in der Erde finden, ist das vorläufige dringliche Ziel klar.

Der Funke einer Idee will starr und fest, dicht und schwer werden. Er sucht die Verkörperung. Die dichteste Form unseres Daseins liegt im Element Erde, ist die Erde.
Gleichzeitig ist sie auch der einzige Ort unseres Zuhauses, unsere Bühne, dort wo unser Lebensspiel stattfindet, denn nur dort ist es auch möglich.

Der Mensch und die Erde sind für einander geschaffen, leben quasi in einer Symbiose. Wir machen die Erde zu unserem wohnbaren Planeten, weil wir nur darauf unser Dasein in verkörperter Form ausleben können. Diese enge, einzigartige Beziehung hat wie jede Form einer Zweierbeziehung auch seine Spannungen. Aus unserer Sicht ist sie das Zuhause, sie trägt und nährt uns, gibt uns Halt und Festigkeit, lässt den Funken einer Idee sichtbar und greifbar werden.

Gerade diese Sicherheit, diese Stabilität und geduldige, aber starre und haltende Eigenschaft bindet uns fest und bewirkt, dass wir uns zu sehr mit den materiell greifbaren Dingen identifizieren und darin verharren.

Unser Spielplatz des Lebens ist gleichzeitig die größte bindende Kraft an sich. Dieser Halt kann erstarren, dieses „begreifen Können“ von dichter Materie bringt eine unglaubliche Schwere mit sich. Die nährende Nähe kann zu Enge und Unbeweglichkeit werden. Dieses Zuhause ist unser größtes Hindernis, das es zu überwinden gibt.

Was uns Halt gibt, hält uns gleichzeitig fest. Was uns nährt, lässt uns Hunger verspüren. Was uns schützt, nimmt uns die Freiheit und sperrt uns ein. Die vielen Möglichkeiten, die uns geboten werden, zwingen uns zu entscheiden zwischen Mögen und nicht Mögen, oder Raga und Dvesha wie die Yogis sagen. Die Verlockung etwas zu sein, treibt uns an zu werden, etwas darzustellen.

Saturn bewacht diesen goldenen Käfig. Dichte und Schwere kann das anfängliche und immer währende Licht in Dunkelheit verschließen.  So sehr es ein menschliches Ziel ist, die Erde zu erreichen, so sehr hält uns diese wie ein Magnet fest. Der richtungsgebende Impuls, der erst nur das Ziel Erde kannte, kehrt sich plötzlich, endlich dort angekommen, wieder um.
Diese Erkenntnis, die gleichsam eine Desillusionierung ist, muss verstanden und akzeptiert werden. Sobald etwas geschaffen wurde, muss es wieder seiner Auflösung überlassen werden.

Diese Tatsache beinhaltet all unsere Wünsche, Enttäuschungen, unser Nehmen und Geben, unser Werden und Vergehen, Leben und Sterben, Geburt und Tod in sich. Tag und Nacht, die Gezeiten, die Jahreszeiten und alles Sein unterliegt diesem sich immer drehenden Rad. Nichts ist für die Ewigkeit. Der Tod ist das wichtigste Thema des Lebens und stellt die einzige wahre Realität in der materiellen Welt dar.

Dem innerlichsten Wunsch nach Freiheit, steht die Erde entgegen. Die Yogis erkannten schon früh, dass Freisein heißt, sich von jeglicher Art des Besitzes zu lösen: sich zu befreien von  Bindung an Mensch, Wunsch und Ding. Ursprung der Irrung läge demnach in der Wurzel des Wunsches. Maya, die Illusion selbst, ist Beherrscherin des großen Spieles.

Die meisten Ängste und Empfindlichkeitsstörungen haben damit zu tun. Wie eine Mutter, die ihr Kind freigeben muss, wird auch die Erde uns die Freiheit schenken, wenn dem keine Verlustangst entgegensteht.

Das Rad ist ja noch lange nicht rund. Nach der Erde steigt der richtungsgebende Impuls, die Ios Kraft wieder nach „Oben“, der Sehnsucht nach Auflösung entgegen, dorthin zurück wo alles mit einem Funken begann. Jeder Anfang findet dort sein Ende.

Die erdhafte Manifestation einer Idee ist immer nur ein Teil des Ganzen. Im uranfänglichen Chaos ist die Einheit, die Mystik zuhause. Deshalb ist das Dasein im grobstofflichen immer mit einem Gefühl von Getrenntsein verbunden! Daraus entsteht die Sehnsucht nach dem großen Ganzen im Menschen. Daraus entstand Spiritualität!

Das zurückkehren Wollen in die Einheit, in den ätherischen Raum ist die Suche nach Spiritualität, die Sehnsucht nach Initiation: das Folgen der Ios Kraft.

Das Herausfallen aus der Einheit ist die eine Sache, das dorthin Zurückkehren eine ganz andere.

Dankbarkeit und große Achtung unserer geduldigen Mutter Erde, die unseren Wünschen ein Zuhause gibt, dem Element Erde, das unser Feuer der Sehnsucht in sich bewahrt. Dem Ort unserer Begegnung.

Wissen und Verstehen; Gedanken und Erfahrungen eines „Alchemisten“

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Vieles, sehr Vieles erschließt sich in unserer kurzen Lebensspanne nicht. Umso bedeutender und großartiger sind die persönlichen Entdeckungen.
Es scheint so, als wären diese Erkenntnisse das Einzige das wirklich zählt. Das Wenige das bleibt, wenn alles andere im Begriff ist, sich aufzulösen.

Manchmal bin ich müde, zu müde um mich dieser Dinge zu erinnern, darüber nachzusinnen. Aber die Gewissheit dieses Schatzes in mir lässt mich jeden Tag doch wieder aufstehen und bestreiten. Es soll doch immer wieder einen Versuch wert sein.

Ich habe Merkur, den Geist, das Quecksilber in der Hand gehalten, und seine unbändige Energie die keine Grenzen kennt, ist in jede Zelle meines Körpers geströmt. Ich habe meinen alten Freund, den Saturn, wieder erkannt und mich mit ihm versöhnt.
Ich verstehe die Beziehung von Mars und Venus und welch großartige Bedeutung ihre Durchsetzungskraft und nährende Feuchtigkeit auf die trockene Erde haben.
Ich durfte in den Spiegel des Mondes blicken und konnte meine Ängste in seinen tiefen Wassern erahnen.
Ich weiß, dass der Sonnenfunke, als Idee im Äther geboren, in allem steckt, und dass ich ihn trotzdem nicht immer sehen kann….und dennoch, weiß ich nichts. Verstehe gar nichts und am wenigsten mich selbst. Obwohl dieser Funke auch irgendwo in mir steckt.
Die Idee, die ich leben sollte, die Spitze des Mars zeigt genau daraufhin. Es ist die Venus und ihre anziehende Feuchtigkeit, die diese harte, trockene Erde aufweicht, damit der darin verschlossene Same endlich frei sein kann!

Von der wahren Naturschau

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Ist es immer notwendig zu wissen, wofür diese oder jene Pflanze benutzt wird? Gilt unsere Aufmerksamkeit unseren „Mitbewohnern“ ,
den Pflanzen, immer nur dann, wenn wir etwas daraus machen können?
Ist es nicht oft so, dass man bei Kräuterwanderungen, im eigenen Garten, in Büchern und Pflanzenjournalen meistens der Frage nachgeht:
„wofür ich dieses oder jenes pflanzen kann?“

Wäre es nicht ein völlig anderer Ansatz, sich auf den Weg zu machen auf Wald und Flur, mit der Frage:
Pflanze, was kann ich für dich tun?“

Viel zu selbstverständlich pflücken, riechen, graben und schneiden wir an Ihnen. Sie dienen im Allgemeinen unserem Nutzen.
Diese Nutzbeziehung hat sicher auch ihren tragendenTeil. Wir hätten sonst wahrscheinlich keine „Mitbewohner“ mehr auf unserer Erde, würden wir sie nicht so essenziell zum Leben benötigen.

Doch selbst der ernergetisch, feinstofflich arbeitende Mensch, nimmt doch allermeist die Energie seines Pflanzenfreundes auf. Aber was,
was geben wir denn eigentlich von uns dafür?!

Ich rede nicht alleine von einem fairen „Handel“, ich spreche von direkter Dankbarkeit und Anerkennung.

In alten Traditionen wurde oft Wasser an Ort und Stelle gegossen, Räucherwerk gezündet, Tabak verstreut oder, wenn nichts dergleichen zur Hand war, dann griff man in seine Haare und ließ davon ein zwei Willige als Geschenk zurück. Ein Gastgeschenk für einen großzügigen Gastgeber.

Ich gehe gerne ganz bewußt durch meinen Garten, eine Art Lustwandeln, wo ich meine ungeteilte Aufmerksamkeit gezielt dem Pflanzenkind, welches mir begegnet, widme. Meine Sinne, mein Herz, ganz dem Gegenüber geöffnet, „höre“ ich einfach zu.  Wundere und bewundere die individuelle Schöpfung vor mir, und betrachte jedes Detail.
Ich schenke Aufmerksamkeit!

Wir sollten nie vergessen, dass es die Aufmerksamkeit  und unsere Gedanken sind, die das Außen nähren und gestalten.

Artensterben ist unter anderem  die Antwort auf das „Vergessen“, auf Ignoranz, auf das nicht mehr wahrnehmen.

Aus den Augen, aus dem Sinn –  aus der Welt.

Dinge die ich nicht mehr sehen kann, existieren nicht mehr für mich. Im Großen zeigt sich das in der zunehmenden Verarmung unserer Wildflora.

Es mag viele Gründe für Vielfalt und Schönheit unserer Pflanzenkinder geben, aber im Wesentlichen wollen auch Sie von anderen erkannt, geehrt und geschätzt werden.

Das gehen in die Natur, ist ein bewußtes Tun, wo ich dem was mir begegnet „zuhöre“, damit auch ich den Sinn des Daseins verstehen lerne.

Mein einziger Begleiter auf solchen Spaziergängen ist oftmals eine Fotokamera, um diese unlgaublichen, einzigartigen Einblicke aufzuzeigen.

Die Pflanzenkinder:

Warum kann ich nicht einfach nur sein? Warum nimmst du mich nicht so wie ich bin?
Warum muss ich immer in deinen Augen für oder gegen etwas „gut“ sein, um deine Aufmerksamkeit zu verdienen?

Ich bin viel mehr als grobstoffliche Nahrung und Medizin für deinen Körper. Du kannst aus mir nicht nur Tee, Tinkturen, Salben oder Suppen machen. Ich könnte, wenn du mich nur lassen würdest, dein Freund sein.
Setze dich einen Moment zu mir, sprich mit mir, und vor allen Dingen, höre mir auch zu was ich zu erzählen habe.
Schenke du mir deine Aufmerksamkeit, schau mir ins Antlitz, und ich schenke dir dafür meine ganze Schönheit, die sich in deinem Herzen und deinen Augen widerspiegeln wird.

Dein Erkennen, schenkt mir dieses Dasein!

Der Weg des Herzens

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In der Hermetik gilt das Herz als „Kind des Äthers“, welcher den Lebensfunken aus dem Makrokosmos herein holt. Gleichzeitig ist es die „Mutter der Erde“ (der Elementegenese folgend), welche das grobstofflich, Gewordene darstellt.

Dem Feuerelement zugeordnet und von der Sonne signiert, ist das Herz unser Wahrnehmungszentrum.

Alles außerhalb des Körpers, sowie jeder Gedanke und jede Emotion, werden als erstes von diesem Organ wahrgenommen. Der Embryo entwickelt als erstes sein Herz, und tritt somit in Verbindung mit seiner Umwelt und sich selbst.
Dort wo ein Herz aufhört zu schlagen, wird der Körper kalt und verliert seine Farbe. Sowie sich Farben, die im Feuerelement geboren werden, nur im Lichte der Sonne zeigen, so verschluckt die Dunkelheit diese zur Gänze.

Wir sprechen auch von Herzenswärme bzw. Kälte eines Menschen, als Ausdruck einer signierten Sonne.

Herzensenergie, das Feuer, zeigt sich in unseren Augen, in den Farben der Iris und im Strahlen unseres Antlitzes. Eine aufrechte Haltung zeugt von einem selbstbewussten Individuum, das gut mit dem Oben und Unten verbunden ist.
Bildlich gesprochen wohnt das Herz an der Grenze zwischen Himmel und Erde. Sein Pulsieren folgt einem Rhythmus, von Kommen und Gehen, von Wahrnehmen und Loslassen, unterbrochen von einem kurzen Innehalten, dem „Zuhören“.
Jeder Herzschlag vermittelt das zuvor fein- und grobstofflich Wahrgenommene weiter, und ist gleichzeitig ein Maß unserer Lebenszeit. Sowie ein sicheres Zeichen, dass Leben in uns pulsiert.
Aus dem Puls kann der geschulte Mensch seit jeher sämtliche „Zustände“ und Gegebenheiten herauslesen. Wie ein Tagebuch erschließt sich dadurch Vergangenheit, Gegenwart und sogar die Zukunft.

Das was wir über unsere Haut, den Sinnesorganen und der Atemluft aufnehmen, transportiert das Blut direkt zum Herzen. Aber auch unsere Gedanken und das ganze emotionale Dasein treffen dort das erste Mal zusammen, werden „gelesen“ und beeinflussen wiederum das was unser Herz in den Kreislauf durch unseren Körper freigibt. Das Blut dient dabei als Transportmittel.

Herzenswahrnehmung ist ein ganz individuelles Erkennen jedes Einzelnen von uns. Wahrnehmung und Empfindung kann zwischen zwei Menschen nicht unterschiedlicher sein. Somit ist das Herz der Sitz unsers Gemütes und das Zuhause der Individualität. Es macht uns zu Individuen und gebiert das Ego.

Und dieser Umstand ist auch, wenn man so sagen will, die Kehrseite der Medaille. Denn genau dadurch entsteht das Gefühl von Getrenntheit. Getrennt von Innen und Außen, getrennt vom Menschen gegenüber und so fort…

Somit treten wir aus der Einheit heraus. Diese Geburt trägt in sich den Urschmerz des Herausfallens aus der Ewigkeit, der Leichtigkeit des körperlosen Daseins. Es bringt uns in die schwere, grobstoffliche Existenz. Ein Gefühl von „Heimweh“, steht der Lebensfreude einer neuen Inkarnation gegenüber. Freude und Begeisterung sind das Lachen des Herzens. Fehlt der Wille zum Leben, fehlt es dem Menschen am Erkennen bzw. Vertrauen seines  Herzens.

Seine Erinnerung an ein schwereloses Dasein in der Einheit, lässt uns Menschen immer wieder auf der Suche sein. Auf der Suche nach einem Zuhause, das nicht im Außen, nicht auf dieser Erde zu finden ist.

Schwere oder gar gebrochene Herzen sind physisch kaum zu heilen. Das Potenzial der Gesundung steckt im Herzen selbst. Der Freiraum zwischen den Herzschlägen, dieses kurze Innehalten, gibt uns die größte Möglichkeit einer Wende. Nehme ich bewusst Leichtigkeit und Freude in welcher Form auch immer wahr, fängt mein Herz das auf, legt es in den nächsten Herzschlag, und schickt diesen Funken durch meinen ganzen Körper.
Wobei angedacht sein sollte, dass dieses Organ nicht als Pumpe im herkömmlichen Sinne verstanden werden darf. Das was es weiterleitet ist Wahrnehmung und nicht Blut an sich. Physikalisch wäre das gar nicht möglich (wird aber immer noch so erklärt).

Um es mit Wilfried Hacheney´s Worten zusammenzufassen: Das Herz ist der Ort der Auflösung und der Erneuerung, und damit auch die Voraussetzung der Gestaltung. Wenn das Blut sich arteriell auf den Weg macht, gestaltet es. Wenn es im Venösen zurückkommt, löst es auf. Diese Kräfte des Zurücknehmens und Saugens und vor allen Dingen des Gestaltens, die bringe ich über mein Menschenbewußtsein in das Blut hinein.

Die Alten sagen, dass die Entwicklung des Herzen noch nicht abgeschlossen ist. Erst wenn es mit dem Gehirn vereint ist, ist der Mensch vollkommen. Die großen Lebenselixiere sind zumeist alle Herz und Gehirnstärkend.
Es ist auch nur diese Organ, welches glatte und quergestreifte Muskulatur aufweist. Noch wird es vom Unbewussten gesteuert, aber in ferner Zukunft soll es bewusst „bewegt“ werden können. Dann haben Herz und Gehirn zueinander gefunden, und die Erinnerung des Herzens an die Einheit ist ein bewusstes Erkennen im Gehirn geworden.  Die Suche des Menschen nach dem Paradies hat dort sein Ende, und der Mensch ist in seinem Herzen angekommen.

Asgard und der Weg durch den hermetischen Vulkan

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Da gab es mal, oder gibt es sie noch immer, tief unter der Erdoberfläche die Innere Welt oder Unterwelt, und die äußere Ober- oder Lichte Welt, so wie wir sie kennen. Die Grenze zu beiden Welten bildete die Erdkruste, darunter befand sich das Reich Uranos. Er war ein sehr launischer und unberechenbarer Zeitgenosse.

Die Bewohner der Lichten Welt kannten ihn  vom Hörensagen der Alten. Sie wussten, dass sie Höhlen, tiefe Schluchten und schwarze Gewässer meiden sollten, um nicht versehentlich in diese dunkle Welt zu kommen.
Auch bei Schwarzmond, heftigen Gewittern und bei speziellen Planetenkonstellationen blieben sie in ihren Behausungen und verriegelten die Türen, denn dann war das Öffnen der Weltentür besonders begünstigt. Es geschah immer wieder, dass nichts ahnende Tiere darin verschwanden.
Ein kleines Übel das als Opfergabe verstanden wurde. Die Bewohner selber aber, hielten sich mit Bedacht an diese Einschränkungen.

Nur die alten Weisen suchten manchmal bei Hungersnöten oder Epidemien den Kontakt dieser Unterwelt, um Rat und Hilfe zu bekommen. Sie mussten aber auf den Tod schwören, Stillschweigen über das Geheimnis des Retourweges aus dieser Welt heraus halten. Denn, wenn jemand unabsichtlich in dieses Reich der Unterwelt gelangte, gab es kein Zurück mehr. Ohne die Hilfe Uranos, fand keiner zurück aus dieser Tiefe.

Es gibt jedoch eine Geschichte, die heute noch erzählt wird, wo ein Junge den Weg zurückgefunden haben will. Sein Name war Asgard.

Es war ein sonniger Tag, Asgard, der Sohn des Dorfschmiedes war unterwegs zum Erzstollen. Sein Vater benötigte neues Gestein.
Der junge Mann hatte den Weg dorthin schon oft gemacht, kannte die Geschichten über die Unterwelt und wusste über die möglichen Gefahren Bescheid. Doch bei Tage und strahlendem Sonnenschein wie an jenem Tag war, war die Gefahr gleich null.
Mit einer Fackel in der Hand, kletterte er in den Stollen, füllte seinen Korb und machte sich schwer beladen auf den Weg zurück ans Tageslicht.
Aber irgendwie wollte der Ausgang des Stollens an jenem Tag einfach nicht näher kommen. Die Last schmerzte seinem Rücken und ließ ihn immer müder werden. Die Fackel war bereits abgebrannt und schon längst sollte er  wieder das Tageslicht am Ende des Stollens sehen können.
Aber dem war nicht so. Die Dunkelheit umgab Asgard, seine Kehle brannte vor Durst. Die Beine waren schwer wie Blei, er musste einfach innehalten und rasten. So setzte er sich auf den Boden, an die Wand des Stollens gelehnt, lauschte er in die Stille der Finsternis. Dabei vernahm er ein Geräusch von tropfendem Wasser. War da wirklich Wasser? Er beschloss seinen Korb dort liegen zu lassen, und dem Geräusch zu folgen.
Aus Tropfen wurden ein Plätschern, aus Plätschern ein Rauschen. Schon konnte er die Oberfläche des Wassers glitzern sehen. Da war ein Bach, vielmehr ein Fluss oder ein See. Niedergekniet schöpfte er immer wieder Wasser und trank. Zu spät bemerkte er den salzigen Geschmack. Er spuckte und hustete, setzte sich zurück und erinnerte sich an die Erzählungen im Dorf: Es sollte sich ein großer Ozean in der Unterwelt befinden, das Reich Neptuns. Dem Gott der Meere.

Ungläubig blickte er um sich, und dabei sah er Sie. Eine junge und hübsche Frau, ganz in Weiß gekleidet, stand sie auf einem weit entfernten Strand. Ihr Kleid reichte in das Meer hinein, sie schien eins mit der Gischt der Wellen zu sein.
Er konnte ihren herrlichen Gesang hören, und irgendwie war die Dunkelheit einer Dämmerung gewichen. Sie lächelte ihn an, Asgard wusste nicht, wie ihm geschah. Verlegen blickte er zur Seite und das, was er dann zu sehen bekam, ließ seine Glieder vor Schreck erstarren.

Unglaubliche Kreaturen entstiegen diesem Ozean. Niemand hatte ja solche Lebewesen gesehen. Unvorstellbare Variationen von Fratzen und Gestalten, Mehrarmige, Einbeinige, Vieläugige, Krumme, Zwerge und Riesenwüchsige. Um nicht dem Wahnsinn anheim zu fallen, richtete er den Blick zum anderen Strand, dort wo die Schaumgeborene  stand. Er wusste, was er zu tun hatte. Von Angst und Panik gepackt, zögerte er keine Sekunde länger und sprang  in den Ozean.
Asgard versuchte mit kräftigen Armbewegungen zum weit entfernten Strand  der jungen Frau zu schwimmen. Irgendeine Kraft im tiefen Wasser zerrte ihn an seinen Beinen nach unten. Die eben noch ruhige See wurde plötzlich von hohen Wellen und gefährlichen, mächtigen Strudeln durchzogen. Asgard heftete den Blick auf die junge Frau in der Ferne und kämpfte sich durch das alles verzehrende Wasser.
Doch dann nahm ihm eine Wand aus Wasser die Sicht, eine riesengroße Welle rollte auf ihn zu. Schon konnte er den Sog spüren. der ihn immer näher an sie heran zog. Und dann ward es dunkel.

Als er die Augen wieder öffnete, glaubte er im Jenseits zu sein. Ein engelhaftes Gesicht, und Augen die in allen Regenbogenfarben schimmerten, blickten ihn besorgt an. Er lag in einem weißen Schoß gebettet. Es war die Schaumgeborene.
Asgard erkannte sie nicht wieder, er verstand auch nicht, was sie zu ihm sagt, noch wusste er, was geschehen war. Alles, jegliche Erinnerung hatte er verloren. Selbst sein eigenes Ich kannte er nicht mehr. Alles war ausgelöscht, verloren im Ozean des Vergessens.

Die Schaumgeborene gab ihm einen Trank, und damit fiel er in einen rauschartigen Schlaf. Er konnte sich dabei selbst aufstehen, und langsam, mit wackeligen Beinen in einen Tunnel stolpern sehen. Am Ende dieses Tunnels war ein rotes pulsierendes Licht zu erkennen, und ein gleichmäßiges Pochen erfüllte den gesamten Raum. Auch sein Herz begann in diesem Rhythmus zu schlagen. Am Ende musste er innehalten, denn vor ihm tat sich ein tiefer, mächtiger Schlund auf, aus dem all diese Kraft seinen Ursprung fand. Es war das Zentrum der Erde, das Herz Pluto, der Mittelpunkt der Welt.

Die Sehnsucht seines eigenen Herzens dorthin heimzukehren und sich darin aufzulösen war so stark, dass es nur mehr diesen einen Wunsch der Verschmelzung zu erfüllen galt. Und so war es das einzig Richtige, was Asgard, der nicht mehr Asgard war, tun konnte. Er sprang mit voller Überzeugung und Hingabe in diesen Abgrund und verlor sich in der Tiefe dieses Herzens.

Als er irgendwann seine Augen wieder öffnete, musste er mehrmals blinzeln. Regentropfen die auf sein Gesicht  und den struppigen Bart gefallen waren, holten sein Bewusstsein zurück. Er rappelte sich auf und  langes Haar bedeckte seine Schultern.
Wie lange hatte er geschlafen? Und welch seltsamer Traum!
Er blickte sich um und fand sich vor dem Eingang des Stollens wieder. Langsam nahm er seinen Korb mit den Erzen und machte sich, alt und gebeugt auf den Weg zurück in sein Dorf.

Viele Male musste er seine Geschichte,  seinen Traum, erzählen. Wer sollte diesem alten Greis glauben? Vor vielen Jahren war er als Junge verschwunden, und nun will er, der alte Asgard, aus der Unterwelt zurückgekommen sein?
Es dauerte nicht lange, und Menschen kamen von weit her, um seinen Erzählungen zu lauschen. Das Leuchten in seinen Augen spiegelte die Wahrheit seiner Worte wieder. Er hatte den inneren Ozean des Vergessens und dessen Gefahren überwunden, stand vor dem Abgrund seiner Seele und hatte in das Herz der Welt geblickt. Überwältigt von dieser Anziehung hatte er sich selbst aufgegeben und sprang mutig in die Tiefe, um wieder neu zu erwachen. Was für eine Reise!

Diese Geschichte beschreibt, zwischen den Zeilen gelesen, einen spagyrischen Verarbeitungsweg. Dabei wird über die sulphurische Farbe, durch Veraschung und Calzination, das fixe Sal Sulphuris ausgearbeitet. Der Weg führt durch den philosophischen Vulkan, wobei auch die Pfauenfeder sichtbar wird. Siehe Beitragsbild.

„Astrelle“ oder der Urgrund der Dynamik, eine Alchymische Geschichte

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Als ich geboren wurde, d.h. aus der Milchstraße herausfiel, war ich nicht viel mehr als ein Funke von einem Stern. Meine Mutter die Mondgöttin nannte mich Astrelle.
Der große Unterschied zwischen ihr und meinem Vater dem Sonnenkönig, den ich bis dato noch nicht gesehen hatte, war, dass die Mondgöttin sich immer an oben orientierte und die meiste Zeit verträumt und abwesend wirkte. Er, der Sonnenkönig hingegen, kannte nur eine Richtung, auf die er sich konzentrierte, und das war vorne. Er lebte im Augenblick und war immer fürchterlich beschäftigt.

Eines Nachts weckte mich das blaue Licht des Mondes, das selbe Licht, das aus den Augen seiner Göttin strahlte.

Meine Mutter nahm mich bei der Hand und führte mich zu einem großen Wasser. Die Milchstraße spiegelte sich auf seiner blausilbrigen Oberfläche. Meine Mutter, jetzt die Mondgöttin in Person, mit ihrem offenen silbrigen Haar, hieß mich auf die Spiegelung zu schauen und erklärte mir dabei dass das, was ich hier sehe, das große Mysterium sei. Die große Einheit. Dass das Oben, woraus sie immer zu lesen schien, hier unten in Resonanz gehe und sich als Spiegelung zeige.
In den Wassern des Mondes, liege die ewige Wahrheit.

Eine unbekannte Traurigkeit ergriff die Göttin:“ Vergesse nie woher du kommst!“ waren ihre Worte, als sich eine Träne löste und auf die Wasseroberfläche traf.
Die Kreise zogen sich und in diesem Moment kam ein Strahl, gebündelt und so hell und durchdringend, wie ich es noch nie gesehen hatte. Er schien mich zu durchleuchten, denn auf einmal konnte ich mich im Wasser erkennen, mein Spiegelbild. Es hinterließ seinen Abdruck und Mutter sagte zu mir:“ Astrelle, das bist du, das ist deine ganze Wahrheit! Dein Vater, der Sonnenkönig ist gekommen um dich zu holen, aber ein Abdruck deines Spiegelbildes wird hier als Erinnerung auf dich warten.
Los, steh´ auf und folge den Strahlen der Sonne, versuche das zu werden, was du hier im Bild deiner ganzen Wahrheit gesehen hast“

Mit klopfendem Herzen stand ich auf, von der mächtigen Kraft der Sonnenstrahlen angezogen, machte ich mich auf den Weg in das Reich meines Vaters.
Er war sehr fordernd, er ließ mir keine Möglichkeit mich umzudrehen oder gar anzuhalten. Das warme, grelle Licht blendete so, dass ich nicht alles um mich herum erkennen konnte. Vater aber meinte, das sei nicht nötig, nur den Punkt in der Ferne galt es anzusteuern, dort müsse ich hin. Alles andere rundherum sei nur Ablenkung.
Auf meine unzähligen Fragen über wohin, warum und wieso, bekam ich immer nur die selbe Antwort: „Du musst weitergehen, und dein Sein in das Werden bringen!“

Tief in meinem Herzen fühlte ich jedoch immer den Schmerz des Verlustes, irgendetwas war doch dort in dem Mondwasser zurückgeblieben. Heimweh sollte von nun an mein ständiger Begleiter sein. Heimweh nach etwas, das so subtil wie ein Gefühl war, aber so präsent wie mein Herzschlag.

Auf dem Weg des Werdens lernte ich den Begriff Zeit und Richtung kennen. Es gab eine gewollte Entwicklung nach Vorne und eine wenig beliebte nach Hinten. Gemessen mit der unsichtbaren Einheit Zeit, eine Art von Begrenzung, die immer ein Gefühl von Eile hervorrief.

Nach langer Wanderung konnte ich plötzlich festen Boden unter den Füßen spüren. Dort wo ich jetzt war, war es grundsätzlich sehr schön.
Vater und Mutter konnte ich abwechselnd von der Weite sehen.

Ich war auch nicht mehr alleine, viele andere Sternchen waren hier und wir spielten den ganzen Tag lang. Es war ein stetiges Kommen und Gehen. Jeder hatte seine eigene, genaue Vorstellung von seinem Spiel. Mit einigen spielte ich zusammen und mit anderen überhaupt nicht.

Mein Vater sagte mir:“ Tue, damit du werden kannst Astrelle. Lerne, arbeite, spiele, lasse nichts aus. Streng dich an, gestalte und manifestiere!“
Und so spielte jeder seine Rolle, versuchte darzustellen, was ihm wichtig und richtig erschien. Dieses Spiel nannten wir Leben.
Das ständige Aufbauen und Erhalten war oft auch mühsam. Immer wieder kamen neue Sternchen wie ich dazu, und andere wiederum verschwanden.

Eines Nachts, als das Mondlicht wieder mein Herz berührte, wurde meine Sehnsucht, mein Heimweh so intensiv, dass ich das Bedürfnis hatte, meiner Mutter ganz nah zu sein. Ich stieg auf einen Berg und blickte sie mit großen, traurigen Augen an.  Da konnte ich ihr Gesicht im Mond erkennen, und sie sagte zu mir: “Astrelle, vergiss deine große Wahrheit nicht!“

Mein Herz zog sich zusammen, eine Träne löste sich und fiel auf die trockene Erde. Die nächste Träne folgte, und so nährte eine nach der anderen diese Erde.
Träne für Träne erweckte mehr und mehr den starren Boden. So entstand ein Rinnsal. Wind kam auf, es wurde richtig stürmisch und ich beschloss diesem Rinnsal aus Tränen zu folgen.

Diese Geschichte beschreibt den pentagrammatischen Werdegang.

Am Fuße des Berges traf er auf ein Bächlein. Von der Sehnsucht getrieben, ging es weiter und so traf er nach einiger Zeit auf einen Fluss. Vom blauen Mondlicht begleitet, führte der Fluss zum Meer. An dessen Ufer angekommen, blickte ich auf das große Wasser. Überall Wasser!

Der Mond tauchte alles in ein silbernes Licht und die Milchstraße spiegelte sich darin. Dieser Anblick ließ mich erinnern, ich blickte direkt in das Wasser und erkannte mein ganzes Sein, meine große Wahrheit in diesem Spiegelbild.
Der Abdruck, welchen ich vor so langer Zeit hinterlassen hatte, wurde wieder ein Teil von mir. Ich war wieder Ganz.
Das Sehnen, das Heimweh war vorbei, überglücklich sprang ich  in das Wasser. Ich schwamm mit voller Kraft der großen Einheit, der ewigen Wahrheit entgegen.

Ich war zuhause!

Ich hatte den Mond verlassen müssen und war meinen Weg von der Sonne begleitet gegangen. Ich musste mich beweisen, meinen Ausdruck finden und im Spiel des Lebens meine Rolle darstellen.
Es galt dieser Dynamik zu folgen, um zu erkennen, dass der Anfang auch das Ende enthält, und Start sowie Ziel den selben Ursprung haben. Wie sonst hätte ich ohne den Verlust der Einheit das Ganze erkennen können. Ich musste etwas verlieren um wieder ganz werden zu können.

Die Sehnsucht danach ist der Urgrund dieser Dynamik. Sobald wir uns auf den Weg machen, aus der Einheit herausfallen, wird der Wunsch nach einer Rückkehr dorthin in uns geboren.

Diese Geschichte beschreibt den pentagrammatischen Werdegang. Das Vergessen, Suchen und schlussendlich, das Wiederfinden unserer Herzensaufgabe.

Der Raum zwischen dem Herausfallen aus der Einheit, und der Heimkehr aus dieser Differenzierung, ist unser Leben.

Das Spiel der Polarität

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Alles und jedes hat sein Gegenüber, und der Ausgleich dieser beiden Pole führt über den Weg von einer Seite zur anderen.

Das Auftreten des Einen bedeutet das Zurücknehmen des Anderen. Trotz der starken Polarität kann das jeweilige Gegenüber nur durch das Vorhandensein seines Gegenspielers existieren. Würde es diesen Kontrast nicht geben, dann hätte weder der eine noch der andere Part Vorzeige – und Ausdruckskraft. Wie soll sich Hitze zeigen, wenn es keine Kälte gibt. Wie kann ich  Licht erkennen, wenn es nicht aus der Dunkelheit geboren wird?

Diese Pole stehen sich näher, als es scheint. Denken wir einmal an Hitze/Kälte. Der erste Moment, wenn wir in kaltes Wasser  steigen, fühlt sich weder eindeutig heiß noch kalt an. Die Reaktionen des Körpers sind erst mal gleich: Gänsehaut, Kurzatmigkeit oder gar Luftanhalten, erst dann können wir eindeutig unterscheiden.

Die Gegensätze entspringen aus derselben Quelle, und die Spitze der einen Polarität ist bereits der Beginn des Einwirkens seines Gegenspielers.

Bewegung, Wachstum und Ausgleich entstehen nur im Spiel zwischen den Polen, in ihrer Annäherung und der darauf folgenden Entfernung.
Etwas kann nur dann werden, wenn es sich von einem Punkt ausgehend durch eine Art Anziehungskraft zu einem anderen Punkt hin beweg: Z.B. der Magnet, Sonnenlauf, Gezeiten, Geburt und Tod….usw. Dieser Wille und Trieb nach Ausgleich lässt das Pendel von einer Seite zur Anderen ausschlagen. Das Übermaß verzehrt sich regelrecht nach einem Ausgleich.

Diese Kraft liegt in der Natur. Stillstand, Unbeweglichkeit oder das Verharren auf einer Stelle ist gegen diese Natur,  bringt Abnormen wie Krankheiten mit sich.

Alles was lebt, bewegt sich, und die Geschwindigkeit spielt dabei keine Rolle. Steine haben einen langsamen Stoffwechsel, und trotzdem sind sie einer Veränderung ausgesetzt.

Die Vielfalt auf unserer Erde, diese unterschiedlichen Entfaltungsmöglichkeiten entstehen durch Polarität.

Kälte und Wärme werden auf der Welt überall gleich empfunden. Wir müssen uns nicht ausnahmslos mit dem totalen Gegenteil anfreunden, aber wir sollten nicht vergessen, dass dieses unsere gegenwertige Stellung erst ermöglicht und dass wir es als gesunden Ausgleich benötigen.

Element Erde

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Die Erde wäre fest, trocken, dunkel, kalt und unbelebt. Was sie zum Leben erweckt wirkt von außen auf sie herein.

Wie ein riesiger Magnet zieht sie Kräfte an. Licht und Wärme, Feuchtigkeit und Durchlüftung machen aus ihr eine Oase des Lebens. Die Planeten beschreiben sie und geben jedem einzelnen Lebewesen seine ganz eigene Art. Dadurch verwandelt sich das Wunder Leben zu einzelnen Individuen. Die Vielfalt ist geboren.
Wäre da nicht die große Spannung zwischen den Gegensätzen, würde es keine Anziehung und Verwandlung geben.

Erst die Bereitschaft des Öffnens und Annehmens kann Transformation geschehen lassen. Es ist ein Spiel mit der Neugierde.
Zwischen meiner ersten Einatmung und meiner aller letzten Ausatmung, bin ich teil dieses Spiels auf Erden

Das ewige Gesetz – Sanatana Dharma

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Der Mond ist wieder einmal voll, das Rad dreht sich weiter und erinnert einmal mehr an das Werden und Vergehen.
Die Pole spielen ihr Spiel, die Kraft und Spannung die dahinter steht, drückt sich auf dieser Erde jeden Augenblick von neuem aus.

Kreatives Schaffen und Vergehen – einatmen und ausatmen. Das ewige Spiel, der ewige Motor, der alles antreibt.

Solange aus dem Äther eine neue Idee geboren wird und sich als Sonnenfunken im Mond reflektiert, macht sich diese Idee auf die Reise. Findet über die Elemente Feuer und Erde immer mehr in stoffliche und wird zur festen Materie. Die Sehnsucht nach Auflösung lässt das Gewordenen über die Elemente Luft und Wasser immer mehr vergehen, bis es sich wieder im Äther gänzlich verliert.

SANATANA DHARMA, das ewige Gesetz!
Vedanta, indische Philosophie aus der Sicht der Hermetik. Das was bleibt, ist der erste und letzte Eindruck den der Sonnenfunken als Reflexion im Wasser des Mondes hinterlässt.
KARMA
Bereit für die nächste Spiegelung einer Idee aus dem Äther, einer neuen Geburt.

So ist also alles so wie es sein soll!!

Über die Beständigkeit des Wandels und der ewigen Ordnung die dahinter steht

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Wir leben in einem Universum voller Muster und jedes Muster folgt einem Rhythmus, der wiederum einer Ordnung unterliegt.

 

In Indien haben wir dafür dieses schöne Wort SANATANA DHARMA, die ewige Ordnung, das ewige Gesetz. Aus der Antike kommt der Ausdruck PROPORTIVA DEVINA, die göttliche Proportion. Auch wenn wir Menschen es nicht immer gleich erkennen, oder verstehen, so steht doch alles was lebt unter einer gewissen Ordnung, es folgt einem bestimmten Rhythmus.

 

Wir finden diesen Rhythmus auch in uns: Herzschlag, Atemrhythmus, Blutkreislauf, Hormonzyklus usw.
In der Natur zeigt er sich ganz offensichtlich z.b. in den Gezeiten, Tag-Nachtrhythmus, Mondzyklus, Wechsel der  Jahreszeiten u.v.m. Es ist das Entstehen, Wachsen und Vergehen des Lebens. Alles beseelte, alles Lebende schwingt in diesem Rhythmus!

Harmonie ist die Veränderung die durch diesen Rhythmus (Kreislauf) entsteht. Gleichzeitig ermöglicht erst diese rhythmische Veränderung jedem Organismus sich zu regenerieren. Das was lebt, verändert sich ständig, und darin besteht die Fähigkeit zu regulieren, auszugleichen und zu heilen. Heilung kommt durch Veränderung (z.b. der Lebens – oder Denkweise). Disharmonie ist oft mit Stillstand verbunden und dem damit zusammenhängendem Übermaß an etwas. Es fehlt die Bewegung zum Gegenpol, zum Ausgleich.

 

Wir Menschen denken oft in einem zu kleinen Zeitraum, unser  Zeitfenster ist nicht größer als unser jetziges Leben. Der Glaube an Wiedergeburt lässt da schon größere Horizonte und Möglichkeiten zum Ausgleichen. Nicht alles kann in einem Leben „erlebt“ werden.

Es gibt diese ewige Ordnung. Die Energie ist wie ein Pendel: „Der Schwung des Pendels nach rechts gibt die Kraft für den Schwung nach links.“  So steht es schon in der TABULA SMARAGDINA, den Sieben Lehrsätzen des Trismegistos.

Klimawandel, die Entwicklung der Gesellschaft, das wandern der Pflanzen, das kommen und gehen von lebenden Organismen, alles ist diesem Wandel unterworfen –  und dahinter steht die ewige Ordnung.

 

Schauen wir nun einmal auf die Pflanzen und speziell auf ihr Blüten. Diese natürlichen Mandalas (Muster)  sind nicht nur schön anzusehen. Wir erkennen auch hier diese Ordnung.

 

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Sehr viele Formen, Muster und Bilder halten sich an den  sog. Goldenen Schnitt. Eine Proportionierung die in der Natur weit verbreitet ist. Alles was in diesem Goldenen Schnitt steht, ist für das Auge harmonisch anzusehen. Der Betrachter empfindet den Anblick als wohl proportioniert und schön.
Die Mitte der Sonnenblume z.b. fächert sich in ganz bestimmte rechtsdrehende und linksdrehende Spiralen auf (die goldene Spirale) und die Anzahl der Spiralen und Glieder sind Zahlen der Fibonaccireihe (1,2,3,5,8…es werden dabei immer die zwei vorangegangenen Zahlen addiert).

 

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Diese Anordnung ermöglicht der Blüte eine optimale Ausnutzung an Raum. Bei fast allen Blumen entspricht die Anzahl der Blütenblätter einer Zahl in dieser seltsamen Reihe 3,5,8,13,21,34,55,89. Anordnungen von Blättern und Blüten  im Goldenen Schnitt (Winkel) ermöglichen auch eine optimale Aufnahme an Sonnenlicht  und Wasser.
Eine wohl überlegte Stellung von Blätter oder Blattachse, kann das Wasser von stammfernen Blättern und Ästen Richtung Hauptstamm entlang nach unten direkt zu den Wurzeln leiten.

 

In der Tierwelt zeigt z.b. die Schnecke ganz offensichtlich die Goldene Spirale.

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Der Mensch selbst steht im Idealfall im Goldenen Schnitt. Proportionsverhältnis Oberkörper zu Unterkörper, sowie der Gliedmaßen (Hand,- Unter – und Oberarm) liegen oft im oder nahe am Goldenen Schnitt. Je mehr unser Gesicht dieser Formel entspricht, d.h. der Abstand zwischen Nase, Augen und Mund, sowie deren Größe, umso hübscher finden wir dieses.
Wir haben diese Proportionen schon so weit verinnerlicht, dass sie überall Wohlgefallen in uns wachruft.

Es ist diese Ordnung in uns und um uns, auf die wir uns verlassen können.  Der rhythmische Wandel welcher jeden Organismus bewegt, auch wenn er manchmal als unangenehm oder beängstigend wirken mag, – das ist das Leben!!

Das einzige Beständige ist die Veränderung. So orthodox und widersprüchlich es klingen mag.

Schauen wir uns die Gesichter unserer Blumen, das Funktionieren der Natur genauer an, erkennen wir diese Ordnung und vergessen wir nicht, dass auch wir genau so „funktionieren“.