Philosophie

Teile und herrsche

Polarität

Alles und jedes hat sein Gegenüber, und der Ausgleich dieser beiden Pole
führt über den Weg von einer Seite zur anderen.
Das Auftreten des Einen, bedeutet das Zurücknehmen des Anderen.
Trotz der starken Gegensätze, kann das jeweilige Gegenüber nur
durch das Vorhandensein seines Gegenspielers existieren.

Würde es diesen Kontrast nicht geben, dann hätte weder der eine,
noch der andere Teil Ausdruckskraft.
Wie soll sich Hitze zeigen, wenn es keine Kälte gibt?
Wie kann ich Licht erkennen, wenn es nicht aus der Dunkelheit geboren wird?

Gegensätze entspringen aus derselben Quelle, und die Spitze eines Extrems
markiert bereits das beginnende Einwirken seines Gegenspielers.
Bewegung, Ausgleich und Wachstum entstehen nur im Spiel zwischen den Polen –
durch ihre ständige Annäherung und der darauf folgenden Entfernung.

Sympathie und Antipathie. Werden und Vergehen. Das ist die Natur der Schöpfung.


Eine starke, ausgeprägte Erscheinung oder Darstellung, ruft unweigerlich eine ebenso starke Reaktion im Gegenüber hervor. Jedes Übermaß fordert geradezu das heraus. Ich kann nicht mit mir alleine streiten, genauso wie wir alle gerne Schönes mit jemanden teilen möchten. Es heißt nicht umsonst: „ Was ist wenn Krieg wäre und niemand hingeht, bzw. mitmacht?“

In der Hermetik sagen wir, dass wo immer ein Zuviel ist, Saturn, die eingrenzende und reduzierende Kraft, zum Wirken kommt. Saturn, der auch verhindert, das Wachstum ausufert, bzw. sich wucherndes Gewebe entwickelt. Wann immer etwas außer Kontrolle gerät, ist es Saturn der es wieder in seine Grenzen weist. Sowohl im Innen wie im Außen.

Wir sehen schon an diesem Beispiel, dass jede Kraft, selbst der oft so zu Unrecht verurteilte Saturn, eine ganz wesentliche Aufgabe im Geschehen hat.

Wo immer zwei Pole auftreten,  hat es eine Teilung gegeben.
Teile und herrsche, ein alter, ewiger Schlachtplan, den nicht erst die Römer erdacht haben, sondern welcher wohl weit in die Anfänge der Kriegsführung der Menschheitsgeschichte zurückreicht.
Aus eins mach zwei, und du schwächst das ganze System. Treibe einen Keil zwischen etwas, und das „Ding“ zerfällt von selbst, früher oder später.

Adam und Eva wurden durch ihre Verurteilung aus dem Paradies geworfen – und damit begann die große Verwirrtheit, das große Drama der Menschheitsgeschichte, zumindest aus der Sicht der Bibel.

Diabolo, der Gehörnte hat nicht ein Horn, sondern zwei. Diabolos(alt griechisch) bedeutet so viel wie durcheinanderwerfen, verwirren, Fakten verdrehen.
Dia = entzwei, ballein=werfen, diaballein=Zerwürfnis Stifter

Teilung gibt es nicht nur im Großen. Wann immer ich ein Ur-teil fälle, geschieht Differenzierung. Es fällt etwas aus der Einheit heraus. Gib dem „Kind“ einen Namen und es wirft einen Schatten. Daraus entsteht eine Orientierung, welche sich im Raum-Zeitgeschähen sichtbar macht. Achten wir mehr auf unsere oft gar zu schnell gefassten Urteile, denn damit entscheiden wir uns auch gleichzeitig für oder gegen etwas.

Bleiben wir klar in unserer Ausrichtung, akzeptieren wir das was uns begegnet, und wenn es nicht  mit unserer eigenen Wahrnehmung übereinstimmt, dann versuchen wir es durch Toleranz, als neue Erfahrung  zu integrieren. Noch bevor wir es von uns wegstoßen und verur-teilen. Denn Saturn schläft nicht, und je mehr sich die Pole entfernen, desto mehr Übermaß entsteht, und desto größer ist der Kraftaufwand dieses zu korrigieren. Recht und Unrecht verhalten sich wie das Lachen und Weinen, sie liegen sehr nahe beieinander.

Der Baum spendet mit  seinem Brennholz, dem Holzfäller genauso wärme, wie dem Gärtner der ihn
gepflanzt hat.

Die Natur selbst, unterscheidet nicht, sie macht keinen Unterschied und bevorzugt nichts und niemanden – dadurch hat sie weder Lieblinge noch Feinde. Das ist reine Akzeptanz, urteilsfreie Offenheit.

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