Philosophie

Das Spiel der Polarität

Alles und jedes hat sein Gegenüber, und der Ausgleich dieser beiden Pole führt über den Weg von einer Seite zur anderen.

Das Auftreten des Einen bedeutet das Zurücknehmen des Anderen. Trotz der starken Polarität kann das jeweilige Gegenüber nur durch das Vorhandensein seines Gegenspielers existieren. Würde es diesen Kontrast nicht geben, dann hätte weder der eine noch der andere Part Vorzeige – und Ausdruckskraft. Wie soll sich Hitze zeigen, wenn es keine Kälte gibt. Wie kann ich  Licht erkennen, wenn es nicht aus der Dunkelheit geboren wird?

Diese Pole stehen sich näher, als es scheint. Denken wir einmal an Hitze/Kälte. Der erste Moment, wenn wir in kaltes Wasser  steigen, fühlt sich weder eindeutig heiß noch kalt an. Die Reaktionen des Körpers sind erst mal gleich: Gänsehaut, Kurzatmigkeit oder gar Luftanhalten, erst dann können wir eindeutig unterscheiden.

Die Gegensätze entspringen aus derselben Quelle, und die Spitze der einen Polarität ist bereits der Beginn des Einwirkens seines Gegenspielers.

Bewegung, Wachstum und Ausgleich entstehen nur im Spiel zwischen den Polen, in ihrer Annäherung und der darauf folgenden Entfernung.
Etwas kann nur dann werden, wenn es sich von einem Punkt ausgehend durch eine Art Anziehungskraft zu einem anderen Punkt hin beweg: Z.B. der Magnet, Sonnenlauf, Gezeiten, Geburt und Tod….usw. Dieser Wille und Trieb nach Ausgleich lässt das Pendel von einer Seite zur Anderen ausschlagen. Das Übermaß verzehrt sich regelrecht nach einem Ausgleich.

Diese Kraft liegt in der Natur. Stillstand, Unbeweglichkeit oder das Verharren auf einer Stelle ist gegen diese Natur,  bringt Abnormen wie Krankheiten mit sich.

Alles was lebt, bewegt sich, und die Geschwindigkeit spielt dabei keine Rolle. Steine haben einen langsamen Stoffwechsel, und trotzdem sind sie einer Veränderung ausgesetzt.

Die Vielfalt auf unserer Erde, diese unterschiedlichen Entfaltungsmöglichkeiten entstehen durch Polarität.

Kälte und Wärme werden auf der Welt überall gleich empfunden. Wir müssen uns nicht ausnahmslos mit dem totalen Gegenteil anfreunden, aber wir sollten nicht vergessen, dass dieses unsere gegenwertige Stellung erst ermöglicht und dass wir es als gesunden Ausgleich benötigen.

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