Bilsenkraut

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Hyoscyamus niger
Die Familie der Solanaceae (= Nachtschattengewächse) ist unter den Giftpflanzen stark vertreten. Dazu gehört auch das schwarze Bilsenkraut.

Meine erste Begegnung damit war bei einem Spaziergang. Vertieft in einem Gespräch mit meinem Freund, hat mich das plötzliche Wahrnehmen ihrer Gestalt fast erschreckt und entzückt zugleich.
Ihr Äußeres ist so einmalig, das ich sie sofort erkannte, obwohl ich diese Pflanze nur aus Büchern kannte. Oft wird das unmittelbare Umfeld solcher kraftvollen Pflanzen durch eine „zufällige“ Auffälligkeit begleitet. Ich erinnere mich damals einen scheinbar schlafenden Vogel unter dieser Pflanze beim näheren Betrachten entdeckt und „geweckt“ zu haben!

Zufälle, Einbildung oder die Offenheit zwischen den Zeilen zu lesen bzw. zwischen den Welten zu blicken?! Ich persönlich denke, wir sollten mehr an solche Dinge glauben und Vertrauen haben.
Wir sehen (nur) das was wir sehen wollen, glauben nur das was wir glauben wollen.. und erfahren bzw. erleben auch nur das wofür wir offen  sind. Die Vielfalt und die Farben im Leben sind der Spiegel dessen was wir in uns haben.

Zurück zur Pflanze, schauen wir uns das Bilsenkraut einmal genauer an:
Die Blüte: Farbe und Duft sind von einmaliger Erscheinung. Gelb-grün ist die Grundfarbe, durchzogen von violetten Adern und einem dunklen, violetten Zentrum – zieht sie den Blick wie einen Tunnel in ihr Inneres.
Der Duft ist animalisch, ungewöhnlich und erinnert an ein Tier, manche behaupten es riecht nach nassem Hundefell. Die Blätter sind sowie der Stengel, samtig behaart und am ende jedes Haares sitzt oft ein schimmernd-goldig-klebriger Tropfen. Im Sonnelicht verleiht es der ganzen Pflanze eine strahlende Erscheinung. Die Blätter sind stengelumfassend, asymetrisch und durch ihre Anordnung gleicht der Habitus einer Stiege oder Rispe.

 

Blüte

 

 

Der ausgereifte Fruchtkörper trägt eine Krone und ist mit einem Deckel verschlossen. Die Samen sind nierenförmig und braun, unter der Schale verbirgt sich eine fast embryonale Gestalt!!
Gehen wir auf die ausgeprägte Signatur des Bilsenkrautes ein, verwundert die ursprüngliche Anwendung kein bißchen!
Hebammen benutzten sie um Geburten erträglicher zu machen. Wer sie zu dosieren wußte, schätzte ihre krampflösende, schmerzstillende, schlafbringende und muskelentspannende Wirkung. Wie auch Schierling und Alraune wurde sie genutzt um die Leiden zum Tode Verurteilter zu mildern. Sie besitzt die Eigenschaft ein Gefühl des Vergessens und der Gleichgültigkeit sowie der Willens,- und Widerstandslosigkeit zu erzeugen. Auch gab sie dem schwachen Bier die nötige „würze“ und verstärkte so seine Wirkung.

Bilsenkraut ist eine äußerst wichtige und interessante Droge, die als Betäubungsmittel und Hallozinogen im Hexenwesen eine Rolle spielte.

Sie war eines der wenigen Schlaf,- und Schmerzmittel des Paracelsus. Er vertrat die Meinung das dieses Kraut über eine heilende und krankmachende Wirkung verfügt.
Eine Überdosierung führt zu Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Wahrnehmungsstörungen, Blind,- und Taubheit, Hitze im Kopf, starkes schwitzen, Unruhe, Pulsbeschleunigung, Herzrhythmusstörungen, Herz-Kreislaufversagen und Atemstillstand.
Wir sehen das der Grad zwischen Heil,- und Giftpflanze verschwindent schmal ist.

Anwendung Heute: Wir finden sie in der Homöopathie zb. bei Geisteskrankheit, Parkinsonismus ( schmerz, und krampflösend), bei Erregungszuständen, Angst und Schock, Asthma, Magen-Darmkrämpfen, Zahnschmerzen…
Als Teil von Salben und Einreibungen bei Gliederschmerzen und Hexenschuß.

Eine für uns sichere Anwendung ist das stille Betrachten dieser Schönheit mit ihren vielen Gesichtern!! Sie erweckt und gleichzeitig beruhigt sie den Betrachter. Nimmt ihn mit und läßt sich tief ins Auge (Blüte) schauen. Eine leichte hypnotische Wirkung ist selbst beim Betrachten nicht zu leugnen, und der Duft tut das Seine dazu.
Die Stiege die die Blätter bilden, führt nach Oben genauso wie sie nach Unten führen kann. (Gift und Heilung, Leben und Tod).

Das was ich beim stillen meditativen Betrachten „hören“ konnte:
Bilsenkraut, Bilsenkraut, Mensch der du auf Gott vertraust!
Für mich führt diese Pflanze den verlorenen, verwirrten Menschen über ihre Treppen aus der Blindheit und Taubheit zurück zum Vertrauen und zu einem Gauben der ihn nährt und trägt. Sei dir bewußt, das die Schöpfung dich erschaffen hat!

 

 

 

 

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